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PROSTATAKREBS

Früherkennung - das sollte man(n) wissen.

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gleicht in Form und Größe einer Kastanie. Sie liegt direkt unter der Harnblase und umschließt ringförmig die Harnröhre am Blasenausgang. Zusammen mit den Hoden gehört sie zu den wichtigen Geschlechtsorganen des Mannes. Vom Enddarm aus kann die Prostata mit den Fingern gut ertastet und beurteilt werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung. In der Prostata wird eine Flüssigkeit gebildet, die für die Beweglichkeit der Samenfäden (Spermien) und somit für ihre Befruchtungsfähigkeit wichtig ist.

Ab dem 50. Lebensjahr treten bei etwa jedem zweiten Mann Veränderungen der Prostata auf. Dabei kann es sich um eine gutartige Vergrößerung der Drüse handeln (sog. benigne Prostata-Hyperplasie [BPH]). Durch sie wird die Harnröhre so eingeengt, dass es zu Beschwerden kommen kann: Der Harnstrahl wird schwächer, der Harndrang häufiger und es treten Schmerzen beim Wasserlassen auf.

Der bösartige Tumor der Prostata (Prostatakarzinom) ist das zweithäufigste Karzinom nach dem Lungenkarzinom in der Krebstodesstatistik des Mannes. Etwa 29.000 Männer erkranken in Deutschland jährlich an einem Prostatakarzinom. Wie die gutartige Prostatavergrößerung kann sich auch dieser Tumor durch einen schwächeren Harnstrahl, häufigen Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen bemerkbar machen. Im Frühstadium gibt es meist keine Hinweise durch Symptome auf das Vorliegen von Prostatakrebs. Ab dem 45. Lebensjahr sollten Sie deshalb 1 x jährlich bei Ihrem Urologen einen Prostata-Check machen lassen.

Der erste Schritt ist immer das Abtasten der Vorsteherdrüse über den Enddarm, auch rektale Palpation genannt. Dabei führt der Arzt einen Finger in den After ein und beurteilt die Prostata. Das ist ein wenig unangenehm, dauert aber nur wenige Minuten. Diese Untersuchung führt jeder Urologe durch, sie kann aber auch von praktischen Ärzten oder Internisten vorgenommen werden. Sollte der Arzt eine Verhärtung in der Prostata tasten, hat er verschiedene Möglichkeiten für eine genauere Diagnose.

Eine relativ einfache Methode ist die Messung von PSA (Prostata-spezifisches-Antigen) im Blut. PSA ist ein Eiweiß, das in der Vorsteherdrüse gebildet wird und dessen Menge bei einer Prostataerkrankung im Blut erhöht sein kann. Der Arzt entnimmt dem Patienten eine Blutprobe und bestimmt darin die Konzentration dieses Antigens. Der erhaltene Wert gibt Aufschluss, ob möglicherweise eine Erkrankung vorliegt. Der PSA-Test allein reicht jedoch nicht aus, um eine genaue Diagnose zu stellen. Dazu sind weitere Untersuchungsmethoden erforderlich.

Mit Hilfe einer Ultraschallsonde, die in den After eingeführt wird, kann der Arzt die Prostata sichtbar machen. Liegt ein Tumor vor, ist er in vielen Fällen auf dem Monitor erkennbar. Diese Untersuchung ist schmerzfrei. Sie kann beliebig oft wiederholt werden, da sie den Patienten keiner schädlichen Strahlenbelastung aussetzt. In neuen Studien konnte gezeigt werden, dass auch mit der Kernspintomographie eine exakte Tumorlokalisation der Prostata möglich ist. Moderne Untersuchungskonzepte benutzen für diese Untersuchung eine spezielle Prostata-Messspule, die in den Enddarm eingeführt wird. Diese Methode erlaubt zusätzlich eine Aussage über die mögliche Ausdehnung eines bösartigen Prostatatumors in die Umgebung.

Ergeben sich durch Tastuntersuchung, Ultraschall oder Kernspintomographie Auffälligkeiten der Prostata, so hat der Urologe die Möglichkeit, mehrere Gewebeproben (sog. Biopsie) zu entnehmen und diese anschließend von einem Pathologen untersuchen zu lassen. Die Entnahme kann ohne Betäubung vorgenommen werden und ist normalerweise unkompliziert. Sie verursacht einen kurzen Schmerz, der in der Regel gut verkraftet wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung kann definitiv festgestellt werden, ob tatsächlich Prostatakrebs vorliegt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Team der Praxis für moderne Schnittbild-Diagnostik. Sie erhalten dort weiteres Informationsmaterial und Antworten auf Ihre Fragen.



Darstellung der Prostata mit einer über den Enddarm eingeführten Mess-Spule.
Verdächtiger Befund (Stern) im hinteren Bereich der Prostata.