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Dickdarm-Check

Schonende Früherkennung ohne Endoskop

Tumoren des Dickdarms stellen gegenwärtig die häufigste Krebsform dar. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 50.000 Menschen an dieser Krankheit und knapp 20.000 sterben daran. Dabei entsteht Dickdarmskrebs fast immer aus gutartigen Polypen, die heutzutage frühzeitig erkannt und entfernt werden können. Erst nach 6 bis 10 Jahren entarten solche gutartigen Polypen zum bösartigen Dickdarmkrebs. Genügend Zeit also für eine sinnvolle Früherkennung, die Ihr Leben retten kann. Bisher erfolgte die Früherkennung von Darmkrebs nach einer oft unangenehmen Reinigung des Darmes und einer anschließenden Darmspiegelung. Diese endoskopische Untersuchung schreckte viele Interessierte ab, und gegenwärtig unterziehen sich nur etwa 5% der Bevölkerung einer solchen Früherkennungsmaßnahme. Mit der MR Kolonographie steht seit neuestem eine Technik zur Verfügung, die eine zuverlässige Diagnostik des Darmes nach milder Reinigung und ohne Spiegelung erlaubt. Durch Einnahme einer Flüssigkeit (3-4 x 1000ml) am Nachmittag des Vortages wird der Dickdarm gereinigt und durch einen Einlauf unmittelbar vor der Untersuchung entfaltet. Die Darmwandstrukturen werden durch ein Kontrastmittel, das über eine Armvene appliziert wird, hervorgehoben. Die auf diese Weise gewonnenen Daten werden mit Hilfe eines Computerprogrammes bearbeitet, so dass schließlich ein „virtueller Flug" durch das Innere Ihres Darmes möglich ist (sog. „virtuelle MR Kolonoskopie"). Auf diese Weise können polypenartige Wucherungen im Darm diagnostiziert werden. Finden sich entsprechende Veränderungen in der MR Kolonographie, so ist natürlich eine endoskopische Abtragung der Polypen notwendig. Bisherige Vergleiche konnten zeigen, dass die Entdeckungsrate von Polypen in der MR Kolonographie gleich oder geringfügig niedriger ist als die einer herkömmlichen Darmspiegelung - für Polypen ab 8-10mm liegt sie über 95%. Somit kann diese alternative Möglichkeit der Früherkennung in erster Linie solchen Menschen empfohlen werden, die einer Darmspiegelung ablehnend gegenüberstehen oder bei denen eine endoskopische Untersuchung abgebrochen werden musste.


Dickdarm

MR-Kolonographie mit Darstellung des flüssigkeits-gefüllten „schwarzen“ Darminneren und der kontrastierten „weißen“ Darmwand. Normalbefund.

Dickdarm

Virtuelle MR-Kolonoskopie mit Blick in das Dickdarminnere und Darstellung eines etwa 9mm großen Dickdarmpolypen.